Ruf nach Exitstrategie für das Gesundheitswesen

Freie Betten in Krankenhäusern, um für einen möglichen Ansturm von Corona-Patienten gerüstet zu sein, verschobene elektive Leistungen: Diese Situation muss zeitlich begrenzt sein, darüber herrschte am Mittwochmittag Einigkeit bei „ZENO to Go“ mit Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, und Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). 

Es gebe vulnerable Patientengruppen, die nicht gut versorgt würden, sagte Hecker. Nötig sei deshalb eine „Exitstrategie nicht nur für Schulen“ aus dem derzeitigen Corona-Shutdown.  „Wir müssen überlegen, wann wir Patienten wieder in die normale Versorgung bringen“, sagte die APS-Vorsitzende und verwies auf das Beispiel von Tumoroperationen. Diese könnten zwar durchaus um ein oder zwei Wochen verschoben werden, aber nicht dauerhaft und dann sei für diese Fälle beispielsweise eine psychologische Betreuung nötig.  

In den Regionen vor Ort müsse koordiniert werden, wer welche Patienten am besten versorgen könne, dort müssten Patienten hingeleitet werden, auch mit Blick auf die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung wie Gesichtsmasken in den Häusern, sagte Hecker. An einigen Stellen sei möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen worden, sagte Maria Klein-Schmeink und verwies auf Häuser, die derzeit so gut wie nichts zu tun hätten. „Das liegt an den Themen, die wir schon immer hatten, dass wir viel zu wenig Koordination vor Ort haben, zu wenig wirklich abgestimmte Versorgungsplanung, welche Aufgaben den verschiedenen Häusern zugewiesen sind“, sagte die Gesundheitspolitikerin der Grünen.  

Das müsse nach der Krise dringend angegangen werden. „Wir brauchen viel mehr koordinierte Arbeitsteilung in den Regionen“, forderte die Abgeordnete. Es gelte darüber hinaus, die Zuständigkeiten von Bund, Länder und Kommunen sowie den Organisationen der Selbstverwaltung neu zu gestalten 

Pflegeeinrichtungen müssten als „systemrelevant“ erkannt werden, das sei versäumt worden. Jetzt müssten diese bei der Versorgung mit Schutzmasken priorisiert werden, forderte Klein-Schmeink.  

Tags: